Vitamine

Die Wahrheit über Vitamine: Was wirkt, was nicht?
Vitamine benötigt der Körper für bestimmte lebenswichtige Funktionen. Es sind organische Verbindungen, die der Körper selbst nicht ausreichend produziert und die deshalb über die Nahrung aufgenommen werden müssen. Bei einer ausgewogenen Ernährung ist das völlig ausreichend, man kann sogar zu viel Vitamine zu sich nehmen, die dann schädlich wirken.
Die Arten und Wirkungen von Vitaminen
Die Vitamine sorgen dafür, dass der Körper aus Nahrungsmitteln Energie gewinnen kann. Sie stärken das Immunsystem und helfen beim Zellaufbau. Entdeckt und in ihrer Wirkung erforscht wurden sie seit Anfang des 20. Jahrhunderts. Sie sind chemisch nicht einheitlich, daher werden sie auch unterschiedlich verarbeitet. Man unterscheidet wasser- und fettlösliche Vitamine. Einige von ihnen kann der Körper speichern, sie können sozusagen auf Vorrat gegessen werden, andere jedoch müssen regelmäßig zugeführt werden. Die wasserlöslichen Vitamine sind diejenigen des B-Komplexes (B1 bis B12) sowie das Vitamin C. Sie sind bis auf das Vitamin B12 nicht speicherbar. Die fettlöslichen Vitamine sind A, D, E und K, wobei man D heute teilweise zu den Hormonen zählt. Diese können gespeichert werden. Wie viel Vitamin in einem Nahrungsmittel enthalten ist, wird zwar oft angegeben, ist aber aufgrund der mangelnden Hitzebeständigkeit vor allem der wasserlöslichen Vitamine nicht ohne Weiteres zu bestimmen. Die Volksweisheit, dass in Rohkost die meisten Vitamine enthalten sind, stimmt daher. Zudem hängt der Vitamingehalt einer Zitrone sehr stark vom Anbau der Zitrone selbst ab, die Aufnahme wiederum vom Körper des betreffenden Menschen. Auch dessen Vitaminbedarf wird von Umweltfaktoren, Gewohnheiten (auch schädlichen) und Stress beeinflusst. Wenn also auf einer Verpackung oder einem Medikament steht: „Dies deckt Ihren Vitaminbedarf…“, dann ist diese Aussage mit Vorsicht zu genießen. Wenn Sie hingegen gesund leben und sich ausgewogen ernähren, werden Sie stets genug Vitamine zu sich nehmen. Vitaminmangel ist in Europa so gut wie unbekannt. Ansonsten stärken Vitamine unter anderem das Immunsystem und das Zellwachstum, die Sehkraft, die Konzentration und schöne Fingernägel.
Überversorgung mit Vitaminen
Während Vitaminmangel in Europa außer z.B. unter starken Alkoholikern äußerst selten geworden ist, entsteht neuerdings durch Vitaminpillen manchmal Hypervitaminose, nämlich eine Überversorgung vor allem mit fettlöslichen Vitaminen, die nicht ohne Weiteres ausgeschieden werden. Durch herkömmliche Ernährung ist das nicht möglich. Vitamin D wird zur Osteoporosebehandlung eingesetzt, bei Überdosierung werden jedoch fatalerweise die Knochen entkalkt, also das Gegenteil dessen, was man erreichen wollte. Beta-Carotin kann bei Rauchern in Hochdosierung womöglich das Risiko von Lungenkrebs erhöhen. Selbst das wasserlösliche Vitamin B6 kann bei absoluter Überdosierung – der 20-fachen Tagesdosis – eine Polyneuropathie auslösen.