Makrobiotische Ernährung
Die Makrobiotische Ernährung erlebte in Deutschland in den 70er Jahren ihren großen Boom, als die New Age-Bewegung der Hippie-Generation neue Ernährungskonzepte aus anderen Ländern, insbesondere aus Asien, ausprobierte und dabei auf die Ernährungslehre des Japaners Georges Ohsawa stiess.
Was versteht man unter Makrobiotik?
Der Begriff Makrobiotik stammt aus dem alten Griechenland, wo bereits Konzepte für eine gesunde Lebensweise entwickelt wurden. Die moderne makrobiotische Ernährung wurde jedoch in Japan von Georges Ohsawa entwickelt, der sich an asiatischen Traditionen orientierte.
Nach der Öffnung Japans für den Handel mit dem Westen im 19.Jahrhundert fand die westliche Lebens- und Ernährungsweise auch im fernen Osten immer mehr Anhänger – sehr zum Missfallen mancher Japaner, die sich für die traditionelle japanische Ernährung einsetzten und “Shoku-Yo” propagierten, wonach die richtige Ernährung Krankenheiten heilen könne. Auch der junge Ohsawa folgte dem Shoku-Yo-Prinzip und wurde dadurch (vielleicht) von seiner Tuberkulose geheilt. Nach dem zweiten Weltkrieg verbreitete Ohsawa die Shoku-Yo-Lehre unter dem Namen Makrobiotische Ernährung auch in westlichen Ländern. Sein Schüler Michio Kushi entwickelte mit der Kushi-Form der Makrobiotik eine mildere Form.
Nach Ohsawa sollte die Ernährung nach dem asiatischen Yin/Yang-Prinzip ausbalanciert sein. Grundlage des Essens bildet das Getreide, insbesondere Reis, der 60% der Ernährung ausmachen soll. Weitere Bestandteile der makrobiotischen Ernährung sind Gemüse, Fisch und Suppen. Fleisch sollte nur sehr sparsam gegessen werden. Besonders fraglich war jedoch Ohsawas Ansicht, dass Gemüse, Kartoffeln, Tomaten und Milchprodukte vermieden werden sollten, sowie seine Anordnung, nur sparsam zu trinken.
Die einseitige Ernährung mit ballastreichem Getreide und der Verzicht auf die für den Körper so wichtige Flüssigkeit sorgten dafür, dass die Makrobiotische Ernährung auf starke Kritik stieß und sich nie aus der New Age-Ecke befreien konnte. Hinzu kam vor allem im Westen das Problem, dass sich die Lehre auf traditionelle japanische Nahrungsmittel wie z.B. Meeresalgen stützt, die in Europa nie gegessen wurden. In Deutschland ist sie mittlerweile fast vollständig ausgestorben.
Lohnt sich ein Versuch mit der Makrobiotik?
Während Ohsawas Schüler wie Michio Kushi mildere Formen der makrobiotischen Ernährung entwickelten, gilt die gesamte Ernährungslehre mittlerweile als ungesund. Vor allem Kinder, die mit einer makrobiotischen Ernährung aufwuchsen, zeigten häufig Wachstumsstörungen, Untergewicht und Störungen in der sprachlichen und motorischen Entwicklung. Dies wird vor allem auf den Mangel an wichtigen Mineralstoffen wie Kalzium, Eisen und Vitamin B12 zurückgeführt, der schon bei der Muttermilch anfängt, wenn sich die Mutter nach dem Prinzip der Makrobiotik ernährt.